Wissenswertes zum Projekt

Was Großväterland ist

Im nächsten Jahr gedenkt die ganze Welt dem vor 70 Jahren erreichten Ende des Zweiten Weltkrieges. Es gibt nicht mehr viele Großväter, die von ihren traumatischen Erlebnissen aus dieser Zeit berichten können. Aus diesem Anlass möchten wir mit der Graphic Novel Großväterland berührende Kriegsgeschichten der letzten lebenden Zeitzeugen porträtieren und für die Nachwelt festhalten.

„Sag mal, wie war das damals im Krieg? Was hast Du erlebt?“ – diese Fragen konnten diejenigen, die in den siebziger Jahren geboren wurden, ihren Großeltern noch selbst stellen. Die Antworten darauf waren faszinierend, manchmal abenteuerlich und so gut wie immer erschreckend. Manche Antworten ließen auf sich warten und manche kamen unter Tränen. Die lebendigen Erzählungen der befragten Großeltern unterschieden sich durch ihre Unmittelbarkeit sehr von dem, was heute in den Geschichtsbüchern und in Fernsehdokumentationen dargestellt wird: Konnten unsere Großeltern tatsächlich so etwas Unvorstellbares durchgemacht haben? Vielen fällt es schwer, sich den Opa mit einem Maschinengewehr in der Hand vorzustellen oder die Oma, halb verhungert in den Trümmern der Heimat, nicht wissend, ob ihr Mann zurückkehren würde.

Die Kinder heute, die nach 1990 Geborenen, die Generation Y und  Millenials können die Zeitzeugen meist schon nicht mehr selbst fragen.

 

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Das Geschichtsbild der jüngeren Generationen über die Nazi-Vergangenheit unseres Landes ist geprägt von fünf bis zehn Unterrichtseinheiten in der Schule. Auf den Zweiten Weltkrieg, der immerhin fast sechs Jahre wütete, kommen oft nur zwei Schulstunden, in der die wichtigsten Fakten und Daten für die Klausur gelernt werden. Das ist zu wenig!  Zu wenig für einen Krieg, der 50 Millionen Menschen das Leben kostete. Zu unnahbar, um mit- oder nachfühlen zu können! Auch Kriegsfilme und Computerspiele können dieser fehlenden Betroffenheit nicht entgegenwirken, tatsächlich aber sogar ein ganz falsches Bild vermitteln!

Unweigerlich werden die lebendigen Schilderungen über den Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit den Menschen, die ihn erlebt haben, bald verblassen.

Mit Großväterland wollen wir noch einige dieser Erinnerungen, dieser nicht erzählten Geschichten einfangen und für die Ewigkeit festhalten!

Das Medium Comic

BeispielDie Stories der Protagonisten erzählen wir in Form von Episoden in einer Graphic Novel, einem Comic-Roman. Mit der Entscheidung für dieses Medium folgen wir einer Tradition des geschichtlichen und dokumentarischen Comics, das durch Werke wie Maus von Art Spiegelmann, Elender Krieg von Tardi, Die Mauer von Maximilien Le Roy oder Alan’s War von Emanuel Guibert begründet und geprägt wurde.

Mehr über die Rolle des Comics als erzählerisches Mittel im historischen Kontext haben wir im Artikel Warum das Medium Comic das richtige für Großväterland ist. auf dem Projektblog veröffentlicht.

 

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So wie die genannten Vorbilder es tun, wollen wir in Großväterland bewusst auf den sprichwörtlichen erhobenen Zeigefinger verzichten. Gleichzeitig wollen wir jede Form der Verherrlichung oder Beschönigung der geschichtlichen Tatsachen vermeiden und das Erlebte auf Augenhöhe mit den Betroffenen und den Lesern bringen, dabei die subjektive Sicht der Protagonisten nicht verfärben. Geschildert in Fragmenten und Erinnerungen an Momente einer Generation, erlebt in einer der dunkelsten Epochen der Moderne.

Expertenwissen als Fundament

Eine Grundvoraussetzung für Großväterland ist, dass die geschilderten Ereignisse im Rahmen der künstlerischen Auseinandersetzung und der erforderlichen Subjektivität des Protagonisten mit der Historie der Ereignisse des Zweiten Weltkrieges auf einem korrekten Fundament ruhen, das von Experten bestätigt wird. Um diese Neutralität so gut es geht zu gewährleisten, begleitet Dr.phil Christian Hardinghaus als Historiker mit dem Fachgebiet „Drittes Reich“ das Projekt. Kontakte zu weiteren spezialisierten Historikern, Geschichtsdidaktikern und Experten anderer Disziplinen werden wir im Laufe des Projekts aufbauen. Ein Großteil des Budgets werden wir deshalb auch für Recherche investieren. Hier sind wir über Angebote und für Empfehlungen sehr dankbar.

Was ist Crowdfunding und warum nutzen wir es für „Großväterland“?

Wenn Dir Crowdfunding als Finanzierungskonzept fremd ist oder Du erste Infos über „Großväterland“ als Crowdfunding-Projekt haben möchtest, klicke hier.

Das Team ist sich seiner Verantwortung bewusst

Für ein solches Projekt ist es natürlich notwendig auch Aspekte des Nationalsozialismus und des Rechtsradikalismus zu hinterfragen. Dennoch besteht die Grundidee von Großväterland darin, die Kriegsgeschichten der Großeltern von diesem Kontext losgelöst zu erzählen. Dass im Laufe des Projektes die modernen Auswirkungen der Nazi-Ideologie auch besprochen werden müssen, ist den Autoren aber ebenso ein Anliegen. Durch ergänzende, sachliche Hintergrundinformationen beziehen sie auch hierzu Stellung beziehen!

Wir suchen regen Diskurs und Kontakt zu Institutionen und Menschen, die weiterhin unterstützen und dahingehend beraten können, wie wir mit diesem wichtigen Thema sensibel umgehen können.

7% des Reinerlöses von Großväterland möchten wir zudem Organisationen spenden, die sich aktiv und praxisnah gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit stellen. Angebotene Pakete werden wir auch nicht an ausgewiesene rechtsextremistische Vereinigungen oder Einzelpersonen verkaufen!

Soviel erst einmal zu „Großväterland“.

Wenn Ihr irgendwelche Fragen zum Projekt habt, könnt Ihr uns gerne jederzeit kontaktieren.

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